Klasse

Die Story

10 Jahre älter und kein bisschen weiser...

Wer erinnert sich nicht gerne glorreicher Studentenzeiten - und glorreich waren sie ja immer! Man wollte also, und der Wunsch war gross, wieder einmal Erinnerungen austauschen. Dies bewog ein paar Alt-Technikaner (wie alt siehe Titel) dazu ein urgewaltiges Klassenmeeting (sprich mieting=Treffen, wird meistens für sportliche Grossanlässe verwendet) zu organisieren. Die Animatoren, um beim Sport zu bleiben, Zündt u. Co. luden zum Prolog ins Bahnhofbüffet nach Spiez ein.
Wir, d.h. das Rafllpi-Team (Radi-Flic-Piz) von der Nordwestecke erreichten Bern in viertüriger Limousine auf Sommerpneus. In Spiez beschuhten wir uns dann zum Wandern, wie übrigens alle 12 Teilnehmer, da der Anlass schliesslich under dem Patronat des WWF (Wander-Wütige-Fendant-geniesser) stand. Im Teilnehmerfeld befanden sich namhafte Grössen wie Heiri der ältere (doch jung geblieben), Roberto vom Urnerboden, Colog ein direkter Nachfahre von Fausto Coppi, Peter der Schlingel, Doxa der Zeitlose, Repro und Smoky zwei ausgesprochen starke Bergwanderer und nicht zuletzt Pi auch genannt Idi Pi Amin. Hat mit lebenden Grössen ähnlichen Namens überhaupt nichts zu tun, was jeder bestätigen kann der ihn gesehen....
Nachdem die Dopingkontrolle bei allen, bis auf kleinste Spuren von Hopfen und Malz, negativ ausgefallen war, konnte der Zug nach Hohtenn, zum Startort der eigentlichen Wanderung, bestiegen werden. Dort setzte sich das illustre Feld der Amateurwanderer aus dem Profilager der Vermesser in Richtung Ausserberg, dem Tagesziel, in Bewegung. Bald schon formierte sich eine Spitzengruppe und das Feld wurde restlos aufgesplittet. Durch andauerndes Diskutieren und Gestikulieren verlor man unheimlich Zeit auf die Marschtabelle. Erste Verpflegungsstation war eine idyllische Beiz inmitten des rebenträchtigen Gebietes der Südrampe. Auf der Ruhebank tönte es etwa so:"Weisch no wie ich dem Ammannn eine Fusballlektion gab und prompt kam der Bumerang in der Vermessungskunde, oder weisch no der Kunz mit seinem Aston Martin und der Pille im Sack für alle Fälle, oder der Klabüstler mit den Sonnenuhren, wie hiess er nur noch?" - Memories of Basel - die Stimmung stieg.
Kurz vor Ausserberg hatte sich dann eine Vierergruppe mit dem Sprinterass Colog an der Spitze gelöst und buchte den Tagessieg für sich. Sie hatten die Wanderschuhe bereits dem Servicemann (oder Frau) übergeben, als der Schreibende die letzte Durststrecke überwunden, im Ziel eintraf. Trotzdem, Bier gabs für alle, Halleluia (frei nach F. Hohler)
Die rührige Tourleitung hatte keine Kosten gescheut und zwischen Duschen und Nachtessen die Dorfmusik vor unser Hotel delegiert. Und mit den letzten Takten des Radezkimarsches (oder wars ein anderer?), bissen wir auch schon in die ersten Raclettes, von denen Grossmäuler bis zu zehn Portionen bewältigen wollten. Nach sechs Portionen waren die Mäuler gestopft, auch grosse (Vieleicht hätte man mehr Radi-eschen gegessen?).
Die milden Abendlüfte des Wallis trugen die Käsedüfte bald talwärts, sodass wir zur Tagesordnung, sprich: dem Fendant, übergehen konnten. In Erinnerung grosser Taten, wurde auch noch der Streifen:"Mit em Diplom uf Rom" gezeigt, der ein talentierter Jungfilmer mit grösstem Geschick vorführte. Der Film, welcher von der geduldig ausharrenden Menge bis zum dunklen Ende mitverfolgt wurd, erhielt anschliessend einstimmig den Untertitel:"In den Katakomben von Rom". Scheinbar leuchteten genug Birnen an diesem Abend, so dass die massgebende ihren Dienst ruhig versagen konnte. Nun griff Zündt an seinen musikalischen Kehlkopf und mit ihm intonierten wir, jetzt schon ziemlich gedopt, die altbekannten "Wanderlieder" bis hin zu der schwäbischen Nixe, welche auf die Mitt' gekummen, und kamen dabei selber ganz schön auf den Hund.
Unser Minnegesang wurde aber nicht überall richtig interprätiert und bald wurde die Musikbox in Betrieb genommen, was uns wiederum bewog die weibliche Dorfjugend zu begrüssen. Mit kleinen Lockerungsübungen, was in gewissen Gegenden auch als Tanzen bekannt ist, gingen wir aber schon an die Grenze der Gastfreundschaft des einheimischen Jungvolkes. Unmissver-ständlich wollte uns ein Ausserbergler, sehr wahrscheindlich via "Brienzer" oder "Doppeltem Rittberger" das Fensterlen wie sie es "hie oben" verstehen, beibringen?! "Aber nicht schon wieder; wir hatten das doch in Zernez vor zwölf Jahren schon", erinnerte sich da ein Technikaner gelangweilt (aber eben ...., vergleiche Titel). Von der stehts strahlenden Frau Wirtin wurden wir dann diplomatisch vom Einheimischenblock getrennt und ins Bett gebracht? - Nein das war glaub ich doch nicht so, wir brachten uns trotzdem selber ins Bett. "Schade war keine jensbar", lallte einer halb verständlich. "Für was eine Bar, du konntest ja auch am Tisch genug trinken!" - und weg war sie. Lieber Leser, wer das Gelallte dieser Zeilen verstehen will, wende sich bitte an Insider oder komme das nächste Mal selber mit.
Auch die 2. Etappe anderntags wurde zum vollen Erfolg. Ein sanftes Längenprofil liess ahnen, dass der 2. Tag weniger Bergpreise aufzuweisen hatte. So vermochten sich schliesslich alle zwölf Teilnehmer durchzusetzen und erreichten das Ziel in Brigerbad in einem Stundenmittel von 3845 Schritten. Bei Jass und Bier vom Fass entschloss man sich den im obigen Titel erwähnten Zeitabschnitt des "sich wieder treffens" eindeutig zu verkleinern. Man forderte von der Rennleitung den "Jahresturnus!" So wird es auch den daheim-gebliebenen bald vergönnt sein sich prüfen zu können, ob sie ein bisschen weiser geworden sind oder eben..... FLIC

Die Bilder wurden vom Starfotografen Colog geschossen

 

 

Die Bilder